Regulierung der Grossraubtiere - Ulrich «Jelli» Kohler
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Regulierung der Grossraubtiere

Der Sommer 2025 hat im Berner Oberland deutlich gezeigt, wie ernst die Situation rund um den Wolf geworden ist. Zahlreiche Schafe wurden auf verschiedenen Alpen gerissen, und längst trifft es nicht mehr nur Kleinvieh. Mittlerweile sind auch Esel, Lamas und sogar Rinder betroffen. Das zeigt, wie rasch sich die Situation verändert hat und wie wenig die bisherigen Schutzmassnahmen greifen.

Natürlich geht es nicht darum, jeden Wolf abzuschießen oder die Art grundsätzlich infrage zu stellen. Der Wolf hat seinen Platz – aber nur, solange die Bestände im Rahmen bleiben und keine existenzbedrohenden Schäden verursachen.

Für viele Bauern und Älpler war 2025 ein Wendepunkt. Aus Angst vor weiteren Angriffen holten sie ihre Tiere frühzeitig von der Alp – mitten im Hochsommer. Wenn ausgerechnet in den Monaten, in denen die Tiere eigentlich die Bergweiden pflegen und die Kulturlandschaft offenhalten sollten, der Abzug zur einzigen Option wird, dann stimmt etwas nicht mehr im Gleichgewicht zwischen Mensch, Landwirtschaft und Natur.

Natürlich geht es nicht darum, jeden Wolf abzuschießen oder die Art grundsätzlich infrage zu stellen. Der Wolf hat seinen Platz – aber nur, solange die Bestände im Rahmen bleiben und keine existenzbedrohenden Schäden verursachen. Wenn ein Tier wiederholt Schafe reisst, sich Siedlungen nähert oder Schutzmassnahmen umgeht, spricht man von einem Problemwolf. Und genau diese Tiere müssen konsequent reguliert werden. Das ist nicht Radikalität, sondern eine Frage der Verhältnismässigkeit und des gesunden Menschenverstands.

Wird nicht gehandelt, drohen langfristige Folgen: Bauern verzichten zunehmend auf die Alpung, weil sie das Risiko nicht mehr tragen können. Die Folge ist eine Verbuschung unserer Berglandschaft, der Verlust wertvoller Weideflächen und damit auch der Rückzug einer jahrhundertealten Tradition. Die offenen, gepflegten Weiden im Oberland sind kein Zufallsprodukt – sie entstehen durch Arbeit, Pflege und Tierhaltung. Geht diese Kultur verloren, lässt sie sich kaum zurückholen.

Darum braucht es klare Regeln und schnelle Entscheidungen. Unsere Region lebt von einer funktionierenden Landwirtschaft, von gepflegten Alpen und von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Eine pragmatische, realistische Regulierung der Grossraubtiere ist dafür unverzichtbar.